5. und letzte Runde brachte keine richtige Entscheidung
So knapp ging es bei der Entscheidung um die Stadtmeisterschaft noch nie zu. In der letzten Runde traf Sascha Mohaupt (3 Pkt.) auf Felix Schönfelder (4 Pkt.) Mit dem 23 - jährigen Studenten Schönfelder hätte es zu einer Wachablösung kommen können, da Abonnementstadtmeister Mohaupt (35) einen ganzen Punkt zurücklag, und ein Remis Schönfelder zum Sieg gereicht hätte.
In der Caro Cann Verteidigung kämpfte er mit den schwarzen Steinen um das Remis, gegen 23 Uhr war aber klar, dass er das Endspiel nach einer kleinen Ungeneuigkeit nicht mehr halten konnte, der "Altmeister" gewann und schloss nach Punkten auf, beide hatten 4 Pkt. aus 5 Partien.
Das Reglement sieht vor, dass in diesem Fall derjenige Stadtmeister ist, dessen Gegner in den 5 Runden mehr Punkte geholt haben. So kam es auf die Ergebnisse in (fast) allen anderen Partien an.
Gerhard Paradies behielt gegen Florian Bistefeld die Oberhand, Remis endeten die Partien Patric Mücher gegen Helmut Krük, Peter Steinbach gegen Frederik Botte und Frank Hermes gegen Jacek Pyrowicz. Aufgrund Marian Bleeks studiumsbedingter Abwesenheit in der letzten Runde gewann Gerhard Lohmann die letzte Runde kampflos.
Entscheidend war aber die Partie Rainer Engels gegen Michael Schuh. Schuh hätte mit einem Sieg ebenfalls 4 Pkt. erreichen können, dann wäre er Dritter gewesen. Da Engels aber einen Mehrbauern hatte und Schuh in Zeitnot war, war um Mitternacht (die Partien begannen zeitgleich um 20 Uhr) die Situation wie folgt: Bei einem Remis wäre Felix Schönfelder mit einem halben Buchholz Punkt vorn, bei einem Sieg von Vereinsvorsitzenden Rainer Engels hingegen wäre auch die Buchholzwertung identisch.
Nach dem Reglement hätte dann die Feinwertung über den Titel entschieden, (Die Punkte der Gegner der Gegner!) Diese Feinwertung kann aber auch als "reines Glück" bezeichnet werden, eine Spielstärke kann damit nicht wirklich differenziert werden. Engels gewann dann schließlich noch und katapultierte auf Platz 4 , Schuh wurde Fünfter. Gerhard Lohmann erreichte damit den Dritten Platz (3,5 Pkt.)
Bester Spieler mit einer DWZ unter 1500 wurde Peter Steinnach mit 2,5 Pkt. Wer aber wurde nun Stadtmeister?
In der Buchholz Feinwertung (siehe anliegende Tabelle) liegt Mohaupt vorn und ist somit wieder Stadtmeister. Heute Morgen erreicht mich eine Mail von ihm, die eine große Geste darstellt. Er schlägt vor, den Titel bei gleicher Punktzahl und gleicher Buchholzwertung zu teilen. Der Spielleiter kommt dieser Bitte gerne nach und ernennt damit Sascha Mohaupt und Felix Schönfelder beide zu Stadtmeistern von Wermelskirchen im Schach 2012. Herzlichen Glückwunsch allen beiden!
Die offizielle Siegerehrung wird in der Jahreshauptversammlung am 22.06.2012 vorgenommen. Teilnehmer haben vorgeschlagen, im kommenden Jahr wieder 7 Runden zu spielen, da es allen sehr viel Spaß gemacht hat.